Friedenscamps statt Koranverbrennungen
zum Pfarreiprojekt von Pfäffikon
Jeder hat es mitbekommen. Ein Pastor aus Florida hat mit seiner Ankündigung, am 11. 9. Koran-Bücher zu verbrennen, weltweit für Aufruhr gesorgt. Obwohl seine Gemeinde nur eine Handvoll Mitglieder
zählt und er selbst geistig etwas verwirrt erscheint: Kein Medium weltweit konnte die Nachricht ausblenden. Mit Folgen! Die Schweizer Botschaft in Teheran musste von der Polizei gegen Demonstranten
geschützt werden. An andern Orten gab’s bei Demonstrationen sogar Tote. Das sind sichtbare Reaktionen. Was diese Ankündigung in den Köpfen und Herzen vieler Menschen auslöst, können wir uns nur
ausmalen.
Es gibt Zeichen, die stiften Frieden und es gibt solche, die Gräben aufreissen. Solche Gräben sind in den Philippinen zwischen Christen und Moslems entstanden, als in der Kolonialzeit die Spanier
christliche Filipinos gegen muslimische kämpfen liessen. Ein Konflikt der bis heute anhält und jegliche Entwicklung im Süden des Landes verhindert. Seit 2008 herrschen in Teilen des Inselstaates
wieder bürgerkriegsähnliche Zustände.
Zum Glück gibt es die Gegenbewegung, Kräfte die daran arbeiten, die Gräben wieder zuzuschütten. „Das Verlangen der Jugendlichen nach Frieden geht mir unter die Haut. Sie wollen unbedingt Wege finden
für ein besseres Zusammenleben“ sagt Helen Trautvetter. Die Zürcher Pfarrerin arbeitet im Auftrag der Bethlehem Mission Immensee auf den Philippinen und leitet dort zusammen mit einheimischen
Kolleginnen und Kollegen Friedenscamps.
Binhi ng Kapayapaan („Saat des Friedens“) heisst die Organisation, die das Friedensprogramm ausgearbeitet hat und die nationale und regionale Workshops durchführt. Teilnehmende sind christliche,
muslimische und indigene Jugendliche aus der Hauptstadt Manila, deren ländlichem Umfeld und aus Mindanao. „Die christlichen Teilnehmer aus dem Norden werden plötzlich mit der Wirklichkeit von
Mindanao konfrontiert, die in den Medien verschwiegen wird“, sagt Helen Trautvetter. Für die Jugendlichen aus der Hauptstadt ist dies oft erschütternd. In Rollenspielen werden Vorurteile bewusst
gemacht und Methoden der gewaltfreien Kommunikation eingeübt. „Der Kurs hat mir sehr geholfen“, sagt eine Teilnehmerin am Schluss. „Ich habe gelernt, dass es möglich ist, Gedanken und Gefühle auf
gewaltfreie Art auszudrücken. Das ist sehr wichtig, wenn wir Frieden erreichen wollen.“
Die kath. Pfarrei Pfäffikon sammelt Geld zur Unterstützung dieses Friedensprogramms. In den Gottesdiensten am 25./26. September (19:00 und 10:30 Uhr) wird das Projekt vorgestellt und anschliessend
Produkte aus den Philippinen verkauft. Mit Jugendlichen aus der Pfarrei möchten wir Kontakte knüpfen mit Jugendlichen, die an den Friedenscamps teilnehmen.
Beat Züger (Mittwoch, 22 September 2010 16:51)
Friedenscamps statt Koranverbrennungen
zum Pfarreiprojekt von Pfäffikon
Jeder hat es mitbekommen. Ein Pastor aus Florida hat mit seiner Ankündigung, am 11. 9. Koran-Bücher zu verbrennen, weltweit für Aufruhr gesorgt. Obwohl seine Gemeinde nur eine Handvoll Mitglieder zählt und er selbst geistig etwas verwirrt erscheint: Kein Medium weltweit konnte die Nachricht ausblenden. Mit Folgen! Die Schweizer Botschaft in Teheran musste von der Polizei gegen Demonstranten geschützt werden. An andern Orten gab’s bei Demonstrationen sogar Tote. Das sind sichtbare Reaktionen. Was diese Ankündigung in den Köpfen und Herzen vieler Menschen auslöst, können wir uns nur ausmalen.
Es gibt Zeichen, die stiften Frieden und es gibt solche, die Gräben aufreissen. Solche Gräben sind in den Philippinen zwischen Christen und Moslems entstanden, als in der Kolonialzeit die Spanier christliche Filipinos gegen muslimische kämpfen liessen. Ein Konflikt der bis heute anhält und jegliche Entwicklung im Süden des Landes verhindert. Seit 2008 herrschen in Teilen des Inselstaates wieder bürgerkriegsähnliche Zustände.
Zum Glück gibt es die Gegenbewegung, Kräfte die daran arbeiten, die Gräben wieder zuzuschütten. „Das Verlangen der Jugendlichen nach Frieden geht mir unter die Haut. Sie wollen unbedingt Wege finden für ein besseres Zusammenleben“ sagt Helen Trautvetter. Die Zürcher Pfarrerin arbeitet im Auftrag der Bethlehem Mission Immensee auf den Philippinen und leitet dort zusammen mit einheimischen Kolleginnen und Kollegen Friedenscamps.
Binhi ng Kapayapaan („Saat des Friedens“) heisst die Organisation, die das Friedensprogramm ausgearbeitet hat und die nationale und regionale Workshops durchführt. Teilnehmende sind christliche, muslimische und indigene Jugendliche aus der Hauptstadt Manila, deren ländlichem Umfeld und aus Mindanao. „Die christlichen Teilnehmer aus dem Norden werden plötzlich mit der Wirklichkeit von Mindanao konfrontiert, die in den Medien verschwiegen wird“, sagt Helen Trautvetter. Für die Jugendlichen aus der Hauptstadt ist dies oft erschütternd. In Rollenspielen werden Vorurteile bewusst gemacht und Methoden der gewaltfreien Kommunikation eingeübt. „Der Kurs hat mir sehr geholfen“, sagt eine Teilnehmerin am Schluss. „Ich habe gelernt, dass es möglich ist, Gedanken und Gefühle auf gewaltfreie Art auszudrücken. Das ist sehr wichtig, wenn wir Frieden erreichen wollen.“
Die kath. Pfarrei Pfäffikon sammelt Geld zur Unterstützung dieses Friedensprogramms. In den Gottesdiensten am 25./26. September (19:00 und 10:30 Uhr) wird das Projekt vorgestellt und anschliessend Produkte aus den Philippinen verkauft. Mit Jugendlichen aus der Pfarrei möchten wir Kontakte knüpfen mit Jugendlichen, die an den Friedenscamps teilnehmen.